Bild des Monats Januar 2026: Les Pêcheries de la Loire

Es gibt Motive, die man schon lange im Kopf mit sich herumträgt. Bilder, die nicht zufällig entstehen, sondern bewusst gesucht werden. Die Stelzenhäuser an der Atlantikküste bei Saint-Brevin-les-Pins gehören für mich genau in diese Kategorie. Hohe Pfähle im Wasser, fragile Holzbauten, große Netze – reduziert, funktional, zeitlos. In der Langzeitbelichtung werden sie zu stillen Skulpturen zwischen Meer und Himmel.

Mit dieser Erwartung im Gepäck ging es am 12. Januar zusammen mit Rolf von Baden-Baden aus Richtung Westen. Ziel: die Loire-Mündung in der Bretagne. Endlich wieder Fotoreise! Schon die Ankunft hatte etwas Typisches für den Atlantik: pünktlich zum Eintreffen setzte der Regen ein. Viel Zeit blieb aber nicht zum Grübeln, denn unsere Unterkunft – ein kleines, sehr nettes Häuschen in einem ummauerten Piniengarten – war schnell bezogen. Abends dann Pizza vom SuperU und, fast schon ritualisiert, Morten Hilmer auf YouTube. Ankommen. Runterfahren.

Der nächste Morgen brachte genau das Licht, das man sich für diese Motive wünscht: weich, diffus, ruhig. Nach einem kurzen „Warm-schießen“ an der großen Loire-Brücke ging es weiter Richtung Küste. Die Serpent de l’Océan war ein kurzer Stopp – interessant, aber fotografisch wenig reizvoll. Ganz anders Saint-Michel-Chef-Chef. Der Ort heißt wirklich so – und er lieferte. Flut, wenig Wind, ein ruhiges Meer. Die Stelzenhäuser standen vollständig im Wasser, perfekte Bedingungen für Langzeitbelichtungen. Hier entstanden die Bilder, für die man solche Reisen macht: reduziert, klar, ruhig.

Ein paar Kilometer weiter südlich, in La Plaine-sur-Mer, änderten sich die Bedingungen leicht. Das Meer zog sich langsam zurück, die Kompositionen wurden anspruchsvoller. Aber auch das gehört dazu. Fotografie ist kein Abarbeiten von Motiven, sondern Reaktion auf das, was gerade da ist. Zum Abschluss des Tages noch ein Abstecher zum Leuchtturm an der Pointe Saint Gildas – nett, aber nicht zwingend – und dann zurück zur bewährten Abendroutine: Akkus laden, Bilder sichern, sichten, kochen. Gebratener Kabeljau mit Gemüsepfanne. Hervorragend.

Der 14. Januar führte uns nach Saint-Nazaire. Frühlinghafte 14 Grad, Sonne, Vogelgesang – ein Kontrast zum Kalender. Der alte U-Boot-Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg beeindruckte schon bei der Anfahrt: ein massives Mahnmal, dem weder Bomben noch Zeit etwas anhaben konnten. Unser Fokus lag jedoch auf den Leuchttürmen. Feu de la Jetée Ouest, Phare de la Jetée Est, später La Vieux Môle und der Phare à terre de Villès-Martin. Wieder Langzeitbelichtungen, wieder minimalistische Kompositionen.

So geht Fotoreise…

Hier die technischen Daten des obigen Bildes:

  • Kamera: Nikon Z8
  • Objektiv: Nikkor Z 24-70/2.8 S II @ 42 mm
  • Belichtungszeit: 180s
  • Blende: 16
  • ISO 50
  • Kase KW Revolution CPL
  • Kase KW Revolution ND1000

Gefällt Euch das Bild? Ich freue mich auf Eure Kommentare. 🙂

1 Kommentar
  1. Rolf Hillert
    Rolf Hillert sagte:

    Lieber Thomas,

    eine wunderbare Reise, entschleunigend, typisch Bretagne und voller Überraschungen. So mögen wir das, nicht wahr? Und wie immer hast du „fette Beute“ gemacht. Wunderbare Aufnahmen zwischen Quiche Lorraine und dem wilden Rauschen des Atlantiks. Auf ein Neues! 🙂

    Antworten

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