Ein Besuch in der Völklinger Hütte

Schon seit langem stand ein Besuch im Weltkulturerbe Völklinger Hütte auf meinem Plan. Bisher hatte es nie geklappt, aber an einem Samstag im Dezember ergab es sich dann doch. Hier nun ein kleiner bebilderter Bericht über meinen Besuch dort.

Die Völklinger Hütte befindet sich, wie der Name schon sagt, in der Saarländischen Stadt Völklingen nahe der Grenze zu Frankreich. Bis zur Stilllegung im Jahr 1986 wurde dort Roheisen produziert. Laut Wikipedia erhob die UNESCO die Roheisenerzeugung der Völklinger Hütte als erstes Industriedenkmal aus dem Zeitalter der Industrialisierung in den Rang eines Weltkulturerbes der Menschheit. Nach der Stilllegung wurden die Anlagen versiegelt so vor Zerstörung und Vandalismus geschützt. Das Gelände ist aber nicht nur als Industriedenkmal sehenswert, sondern es ist auch Schauplatz interessanter Ausstellungen und Veranstaltungen.

Bei meinem ersten Besuch wollte ich aber die stillgelegten Anlagen fotografieren und versuchen, den Geist der Industrialisierung vor allem in Form von Detailaufnahmen und Ausschnitten auf den Sensor zu bannen. Das Wetter war Mitte Dezember grau und diesig und ab und zu regnete es. Das diffuse Licht erzeugte wenig Schatten und war sehr gut geeignet, um die mächtigen Anlagen in eher dokumentarischem Stil zu fotografieren.

Durch die Corona-Verordnung des Saarlandes, es galt die 2G+ – Regelung, wurde es scheinbar auch vielen Besucher verleidet, die Hütte zu besuchen. Schließlich war ein Test nötig, auch wenn man bereits zwei- oder gar dreimal geimpft war.

Mir kam dieser Umstand entgegen, denn so waren nur sehr wenige Besucher und Aufsichtspersonal auf dem Gelände. Für mich bedeutete das, dass ich in aller Ruhe mit dem Stativ hantieren und Objektive wechseln konnte, um die optimalen Kompositionen zu finden, ohne irgendjemandem im Weg zu stehen und ohne, dass mir jemand im Motiv herumstand. Es war wirklich schön, mal wieder allein, seelenruhig und ohne Zeitdruck fotografieren zu können.

Ich folgte dem Rundgang durch das riesige Gelände. An vielen Stellen blieb ich auch nur stehen, um alles auf mich wirken zu lassen. Es war oft sehr ruhig, ich hörte nur leise den Verkehrslärm der nahen Stadt und das Tropfen des Regens, der sich seinen Weg durch die mächtigen Stahlkonstruktionen bahnte.

Die Anlagen sind sehr gut erhalten und altern in Würde vor sich hin. In der Völklinger Hütte ist der dreifache Spagat zwischen sachlicher Information, Attraktivität für den Tourismus und der authentischen Erhaltung des Industrieerbes sehr gut gelungen. Man kann die Anlage besichtigen, ohne bei jedem zweiten Schritt über eine Informationstafel oder einen hell leuchtenden Bildschirm zu stolpern. Die Informationsquellen sind trotzdem nicht versteckt angebracht, aber so, dass der Gesamteindruck nicht gestört wird.

Bei meinem Rundgang haben mich die schiere Größe, die Komplexität und die Massivität tief beeindruckt. Die Planung, der Bau, die Instandhaltung und Erweiterung sind aus meiner Sicht großartige Ingenieurleistungen. Nicht zu Unrecht wurde die Völklinger Hütte im Jahr 2007 für die Auszeichnung als Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland nominiert.

Ich habe versucht, mir vorzustellen, welcher Lärm, welche Hitze und welche Gerüche in den Zeiten des Betriebes in der Luft lagen. Der Mensch, der in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts dort noch ohne ausgefeilte persönliche Schutzausrüstung arbeitete, war ein winziges und sehr verletzliches Rädchen im riesengroßen Stahlgetriebe. Als Beschäftigter einer Berufsgenossenschaft konnte ich gar nicht verhindern, dass mir an allen Ecken Gedanken über mögliche Unfallgefahren in den Kopf schossen.

Von Anfang an war der Plan, den Bildern eine dokumentarische Wirkung zu geben. Beim Fotografieren habe ich auf eine exakt rechtwinklige Ausrichtung der Kamera geachtet und auch darauf, nicht zu kurze Brennweiten zu verwenden, um Verzerrungen in den Bildecken zu vermeiden. Auf Grund der Größe der Anlagen, in deren Mitte ich mich aufhielt, war das oft nicht ganz einfach. Um das Vergangene zu betonen, habe ich die meisten der Bilder in Schwarzweiß ausgearbeitet. Bei einigen fand ich aber die Farben des Rostes in Verbindung mit fast organisch wirkenden Formen sehr interessant und habe sie deshalb in Farbe bearbeitet.

Die Völklinger Hütte ist ein lohnenswertes Ziel für einen Besuch, egal, ob zum Staunen, zum Fotografieren oder, um Kunst zu genießen. Unterhalb der Bildergalerie finden sich weiterführende Links zum Thema.

Nun viel Spaß mit den Bildern, ich freue mich auf Eure Kommentare. 😊

Weiterführende Links

Fazit

Auch diesmal steht für mich fest, dass dies nicht mein erster Besuch war. Zum einen, weil ich mich beim nächsten Mal mehr mit den Ausstellungen befassen möchte und zum anderen, weil ich Betrachten dieser ersten Bilder spontan Ideen für weitere Motive und Kompositionen hatte.

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